“FaceApp – Nach dem Hype gehts den Daten an den Leib”

Vor rund 2 Wochen begegnete man im Internet immer mehr Leuten die sich “gealtert” haben oder jünger haben machen lassen.

Diese lustige Spielerei wurde von vielen Promis angestoßen, klassisch über die sozialen Netzwerke verteilt und landet schließlich oft (wie auch bei mir) durch eine WhatsApp Gruppe dann bei den “Normalos”.
Wir alle finden das witzig und laden schließlich die App und probieren es aus.


Für alle die die bisher nicht wissen was ich meine:

FaceApp ist eine Fotobearbeitungs-App für Android und iOs. Dort kann man Fotos hochladen, diese werden dann sehr gut (muss man ehrlicherweise sagen) bearbeitet und anschließend bekommt man die Möglichkeit der Speicherung. Man kann zwischen div. Altersstufen sowie Hüten, Bärte, Haarfarben etc. wählen.


Spassig ist es – keine Frage! Doch um welchen Preis. Ein Blick in die AGB / Datenschutzrichtlinien verrät: So ganz sauber ist das nicht!

Wenn man im Store guckt, sieht man schnell, dass sie auf 1 der Download-Charts ist. Interessant ist, dass sie bereits seit rund 2 Jahren online ist, sie aber erst vor kurzem so richtig zur Erscheinung gekommen ist. Damals war die Optik nicht besonders anschaulich, die Zeit zwischen Fotoladen und Bearbeitung dauerte zu lange und eine gute Speichermöglichkeit fehlte auch.

All dieses ist nun etwas unkomplizierter gemacht, sieht besser aus und kostet (selbst bei allen Funktionen) für die ersten paar Tage nichts. Anschließend würde ein Abo losgehen – dieses kann man natürlich sehr komfortabel manuell kündigen und ist so aus dem Schneider.

Wenn man die App installiert, wird relativ spartanisch auf die AGB und Datenschutz Richtlinien hingewiesen. Dieses hat einen speziellen Grund, denn die russischen Entwickler haben sich bei den AGB und den anderen Richtlinien sehr schwammig ausgedrückt. Hier ist teilweise von Hochlanden, sowie Speicherung in einer Cloud die Rede.
Eine eindeutige Kontaktmöglichkeit fehlt ebenfalls, sowie die genauen Zugriffsrechte, die nicht konkret erklärt werden.

Die Daten landen dann sowohl bei Google / Amazon, in den USA, Singapur und Irland. Sie sollen für 48 Std dort gespeichert bleiben und dann sollen sie sich selbstständig löschen. 

Natürlich nimmt man erst einmal an, dass das alles soweit richtig ist und niemand damit böse Sachen macht. Dennoch sollte man sich gerade in der heutigen Zeit bewusst sein, dass es einen kleinen minimalen Fehler geben kann, der sofort zu einem massiven Datenklau führen kann.

Wenn man bedenkt, wie intensiv das Thema “Phishing (gefälschte Emails von Banken)” in den Medien war und dennoch werden diese Methoden leider immer noch erfolgreich genutzt.

Laut den US Medien ist auch das FBI mittlerweile eingeschaltet und prüft den Fall (FaceApp).

Ich selbst habe diese App auch drauf gehabt, genutzt aber mittlerweile wieder gelöscht. Man muss sich gerade bei solchen Apps immer bewusst sein: Man weiß nie ganz konkret wo die Fotos landen, die man dort “hochlädt” bzw. bearbeiten lässt. Oft wird nichts von “hochladen” auf der Benutzeroberfläche gesagt, im Kleingedruckten steht dann oft “for the best useability..”. Somit werden die Fotos hochgeladen und somit aus der Hand gegeben.

Dritt-Partei (Third-Parties) können dann je nach Vertrag viel Unsinn damit anstellen. Wenn man bedenkt wieviele Single-Börsen gefakte Profile hat und diese Fotos nutzen – da muss man sich nicht wundern woher sie kommen. Am Ende hat man selbst ein Stück Schuld daran, wenn man so will.

Was kann man also tun?

Meine App ist gelöscht und das iCloud Passwort ist gewechselt. Vielleicht überdenkt man im Zukunft die Entscheidung so eine App zu installieren – vielleicht ist es auch etwas zu Paranoid. Glaube diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen.