Goodbye, Google Plus

Am 28. Juni 2011 erblickte Google Plus das Licht der Welt. Das Google-eigene Netzwerk wurde anfangs gut genutzt. Google bezifferte laut eigenen Aussagen die Nutzerzahlen Ende 2012 auf 500 Millionen - davon rund 135 Millionen aktiv. Diese Zahl war beachtlich, bedenkt man das Facebook 3 Mal so lange brauchte um anfangs so einen Wachstumsschub zu erlangen. Jedoch sollte man sagen, dass nicht zuletzt die "Nötigung einer Seitenerstellung" bei Nutzung von Google-Diensten zu so einer Zahl geführt hat. Man konnte einseitige Inhalte teilen und auch von ausserhalb abrufbar machen (sprich für Leute ohne Google Konto). Durch sogenannte "Kreise" wurden die Personen in Kategorien unterteilt, wodurch das Posten und die Beitragsinhalte nur die bekommen, die auch dafür vorgesehen waren. Die Grundidee dahinter war sehr angenehm und auch intuitiv.

Stagnierende Zahlen, der Wachstum von Facebook (durch den Zukauf von Instagram und WhatsApp) ließen dann Ende 2018 nur den Schluss zu, dass der private Bereich von Google Plus eingestellt wird. Ende letzter Woche gab Google dann via Email bekannt, wann und wie das Ganze vonstatten geht.

Anfang April 2019 ist Schluss.

Besitzer von Google+ - Seiten werden gebeten ihre Daten herunterzuladen und zu sichern, sollten sie diese behalten wollen. Es werden dann nach und nach alle, im Zusammenhang mit den Seiten erstellten Nachrichten, Kommentare, Funktionen, Bilder und Foreneinträge gelöscht. Daher kann es zu Verzögerungen der jeweiligen zu löschenden Instanz kommen.

Man stelle die Plattform bzw. deren Support ein, da die geringe Nutzung und die angebotenen Dienstleistungen in diesem Zuge eine zu hohe Erwartung und einen zu hohen Anspruch haben.

Ich persönlich habe diese Plattform nie groß vorne gesehen und für mich war es fast schon überraschend, dass sie sich überhaupt so lange gehalten hat. Dieser Zwang sich eine Page dort zu erstellen, wenn man Dienste Googles benutzt war mir ein Graus und ein notwendiges Übel. Dieses konnte meines Erachtens nie zu großem Erfolg führen.

Als Podcast: https://itunes.apple.com/de/podcast/news2podcast/id1365602874?mt=2


VLOG 5 // Headling Reading / Clickbait

Headline Reader

Social Media ändert sich fast täglich - genau wie die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Konsumenten. Durch die steigende Zahl an digitalen Produkten, sowohl Verkauf- als auch Infoprodukten, beginnt auch für die Bewerbung dessen eine immer stetig wandelnde Zeit.

Noch vor 2 Jahren wurden Infos auf z.B. Facebook oder Twitter so erzählt, wie sie nötig waren. "Info: Supermarkt XX macht zu. Nächste Woche ist Schluß. Werdet ihr es vermissen?"

Dadurch wurde der Konsument direkt abgeholt, er bekam die nötige Info und konnte weitergehen. In der heutigen Zeit ist es jedoch so, dass es immer wichtiger wird, den Passanten dort zu halten und idealerweise von dem Webseiten-Gateway (also dem Zwischenhändler der Information) zu sich auf die Webseite zu "locken". Durch geschickte Wortwahl, gepaart mit entsprechendem Skandal-Vokabular erreicht man schnell das Gefühl von "du musst jetzt klicken, sonst bekommst du die Info nicht".

Gleiches Beispiel:

(zur Verdeutlichung im direkten Vergleich):

Früher:
Info: Supermarkt XX macht zu. Nächste Woche ist Schluss. Werdet ihr es vermissen?

Heute:
+++EILMELDUNG+++ DIESER Supermarkt macht dicht! Ihr kennt ihn alle!

Durch den Breaking News Charakter erreicht man eine kleine Paniksituation, dass man etwas verpassen könnte, weil es sich hierbei um eine total wichtige Info handelt. Durch die Info "DIESER Supermarkt", ist man gezwungen zu klicken, damit man die Info bekommt. Und durch "Ihr kennt ihn alle", ist man persönlich betroffen.

Am Ende klickt man und wird in der Regel mit einer Popup Werbung belohnt. Diese wird natürlich standesgemäß weggeklickt und dadurch bekommt der Werbetreibende trotzdem seine Micro-Cents, die in Summe doch eine Menge aus machen. Die BILD Zeitung ist großer Vorreiter in der Art und Weise die Konsumenten auf deren Seite zu ziehen. Sie perfektionieren das Ganze sogar, in dem sie nicht nur Texte so anpassen sondern auch Fotos so manipulieren, damit man drauf klickt.

Viele (er)kennen das Problem und sind mittlerweile recht müde, warten bis einer in die Kommentare schreibt oder klicken schlicht nicht drauf.

Auf Dauer wird sich das System meines Erachtens auch nicht durchsetzen, sondern die konventionelle Art der Informationsverbreitung wird wieder neu aufleben.

Durch Clickbaiting werden große Klickzahlen erreicht

Das Thema Clickbaiting hat vermutlich jeder schon einmal gehört. Durch geschickte Bildmanipulation erweckt der Artikel einen anderen Inhalt, als er wirklich hat. So wird aus einem relativ langweiligen Artikel plötzlich ein "Must Have" Video, welches sich leider schnell als Flop herausstellt. Dennoch wird der Klick gegeben, die Zahl erhöht sich, wenn auch die Absprungrate enorm hoch ist.

Gute Beispiele finden sich auf Youtube ohne Ende. Gerade der männliche Konsument lässt sich anhand der Vorschaubilder gerne blenden und durch die separate Hochlade-Funktion der "Thumbnails" kann man aus einem "Stricken und Häckeln" Video ein "Nackte Frau zeigt sich oben ohne" Video machen. Durch den Klick erzeugt derjenige Reichweite und leider gilt ja immernoch:

Je mehr Klicks ein Kanal hat, desto populärer ist er - unabhängig vom Inhalt

Meine Testreihe "Clickbaiting" ergab, dass die Artikel mit entsprechenden Fotos öfter geklickt wurden, als die "normalen" ohne ein tolles Vorschaubild.

Dennoch muss man sagen, dass die Dauer der Ansichten hingegen bei den "Original Vorschaubildern" länger war, als bei den Fakebildern.

Sei's drum - Content ist und bleibt King